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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schwülper Braunschweiger Straße 10 38179 Groß Schwülper

Geschichte der Gemeinde

Die Anfänge der Gemeinde in Schwülper

Als Folge des 2. Weltkriegs mußten viele Menschen ihre Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebieten verlassen und flohen nach Westen. Ostniedersachsen war, wie alle Gebiete entlang der Zonengrenze, Wanderungsziel vieler Flüchtlinge. So waren auch einige Baptistenfamilien nach Schwülper und die umliegenden Dörfer gekommen. Sie suchten nach Gleichgesinnten und fanden sich schon bald zu Gottesdiensten und anderen Versammlungen zusammen, um miteinander Gott zu loben, in der Bibel zu lesen, Gemeinschaft zu haben und einander zu stärken. Gerade in der ersten Zeit war es für sie recht schwer. Sie waren nicht nur Flüchtlinge, die den „Einheimischen“ den Platz wegnahmen, sondern hatten auch noch einen bis dahin in dieser dörflichen Gegend unbekannte Glaubensrichtung.

Bereits im Frühjahr 1946 wurden die ersten Gottesdienste gehalten. Sie fanden am Sonntag nachmittags in einem Privathaus in Harxbüttel statt. Für die Versammlung wurden zwei Zimmer ausgeräumt. In diesen wurden Bretter auf Mauersteine gelegt, so daß Bänke zum Sitzen entstanden. Der Prediger stand zwischen den beiden Räumen im Türrahmen, damit er von allen gesehen und verstanden werden konnte. Der Pastor  aus der Baptistengemeinde Braunschweig kam dazu des öfteren mit dem Fahrrad, um die Geschwi­ster zu betreuen. Von Anfang an gab es auch eine Sonntagsschule (Kindergottesdienst), die während der Versammlungen stattfand.

Das Umräumen der Zimmer war auf Dauer kein Zustand. So wurde im Juni 1946 gemeinsam mit der Katholi­schen Gemeinde im Hospital Gebhardi die „Stiftskapelle“ als Versammlungsraum angemietet. Da jedoch nicht beide Gemeinden gleichzeitig Gottesdienst feiern konnten, fanden die Gottesdienste der Katholiken am Vormittag und die der Baptisten am Nachmittag statt.

 

So sah die Kapelle damals aus

Als die Kapelle 1946 von der Gemeinde gemietet wurde, sah sie bei weitem nicht so aus, wie wir sie heute kennen. Der Boden der Kapelle lag etwa 1 m tiefer und hatte das Höhenniveau auf dem heute noch der kleine Nebenraum liegt. Bei einem Hochwasser im Frühjahr 1948 mußte daher das Harmonium auf Bänke gestellt werden, damit es nicht naß wurde.

Einige der bleiverglasten Fenster waren kaputt und die Schwalben hatten ihre Nester in der Kapelle gebaut. Sie ließen sich in ihrem Familienleben auch durch den Gottesdienst nicht stören.

Die Kanzel hatte die Form einer großen Kiste und stand dort, wo heute der Abendmahlstisch steht. Links und rechts, unmittelbar neben der Kanzel stand je ein Beichtstuhl. An den Wänden neben der Kanzel befanden sich zwei Kabinen mit offenen Fenstern für den Baron. Ein Ölgemälde, auf dem der Stifter des Hospitals Gebhard von Maserholtz dargestellt war, hing ebenfalls in der Kapelle.

Der Eingang befand sich dort, wo heute der kleine Nebenraum ist. Hier hing ein Glockenseil herunter, mit dem die Glocke jeden Morgen um 9.00 h geläutet wurde und die Stiftsbewohner zur Gebetsstunde rief.

In der Ecke stand eine lange Leiter, die zum Turm führte. Wenn der Raum überfüllt war, saßen die Kinder auf der Leiter bis fast unter die Decke. Dies war bei besonderen Veranstaltungen immer der Fall. Die Erwachsenen saßen dann auch noch draußen vor der Tür.

 

Die ersten Umbaumaßnahmen

Als erste Renovierungsmaßnahmen nach der Anmietung wurden Holzsprossenfenster eingebaut und die Abteile für den Baron umgebaut. Ein Abteil nutzten nun die Katholiken als Beichtecke, die andere die Baptisten als Bücher- und Besenschrank. „Beide Abteile dienten der Reinigung, eins der inneren und eins der äußeren.“

Da der Fußboden aus Sandsteinplatten bestand wurde als nächstes ein Holzfußboden verlegt und ein Schorn­stein gebaut. Bis dahin wurde mit einem Sägespäneofen geheizt, dessen Ofenrohr durch ein Fenster rausgeleitet wurde. Die Sägespäne wurde in dem Ofen um einen Holzkern geschüttet und mußte sehr fest gestampft werden, damit das Loch, das als Rauchabzug diente nicht zusammen­fiel, wenn man den Holzkern wieder herauszog. Einmal waren die Holzspäne nicht fest genug gestampft und die Späne fielen während des Gottesdienstes in sich zusammen. Die ganze Kapelle stand voller Qualm, die Anwesenden konnten den Prediger nicht mehr erkennen. Doch das war damals kein Grund zur Panik. Der Gottesdienst wurde kurz unterbrochen, zwei starke Männer schnappten den Ofen, trugen ihn nach draußen und es konnte weitergehen. Der Winter und der nun ungeheizte Raum störten dabei nicht.

Der Sägespäneofen wurde durch einen Gußeisenofen ersetzt, der mit Holz und Kohle zu heizen war. Um 6.00 h morgens mußte bereits geheizt werden, damit es zur Gottesdienstzeit um 9.30 h einigermaßen warm war.

Einige Jahre später wurden die harten Kirchenbänke durch Kinostühle aus dem Gloriatheater in Braunschweig ersetzt und der Kohleofen wich einem Ölofen. Auf diese Weise wurde die Kapelle schrittweise modernisiert.

Die Umbauarbeiten wurden nach Absprache mit der Katholischen Gemeinde, von ihr mit finanziert und von den Baptisten durchgeführt.

 

Ein arbeitsintensives Geschenk

Die Stiftsanlage wurde der Familie von Mahrenholtz auf Dauer zu kostspielig. Das Stiftungsvermögen war in Folge des Krieges so gut wie aufgebraucht und die laufenden Kosten mussten nun aus dem eigenen Vermögen erbracht werden. Daher wollte sie sich von der Anlage trennen und bot sie der politischen Gemeinde Schwülper an, die jedoch ablehnte. Die katholische Gemeinde hatte auch kein Interesse, da sie in Meine eine Kirche baute.  Daraufhin wurde die Stiftsanlage im Jahr 1969 der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Schwülper als Schenkung überschrieben. Dies war mit der Auflage verknüpft sie im Sinne des Stifters weiterzuführen und keinem der dort wohnenden Personen zu kündigen.

Nun begannen die eigentlichen Umbauarbeiten. Jeden Samstag trafen sich die MÄnner zum Bauen. Die Frauen wechselten einander ab, diese  auf der Baustelle mit Essen zu versorgen.

Zu der Schenkung gehörten auch noch einige Wertpapiere und auch Bargeld, so daß gleich einige Mittel für den Bau zu Verfügung standen. Hiermit wurden sogleich die Wasserversorgung und die sanitären Anlagen gebaut. Bis dahin gab es in der Waschküche nur eine Pumpe, von der sich jeder Bewohner sein Wasser holen mußte. Die Toiletten standen unter der Kastanie. Es war ein zweitüriges Plumpsklo. Sie sind vielleicht mit ein Grund für das enorme Wachstum des Baumes. Desweiteren wurde eine Küche eingebaut, das Dach saniert und ein Vorraum als Aufenthaltsraum vor und nach dem Gottesdienst an die Kapelle angebaut.

Im Jahre 1991 trat die Bezirksregierung Braunschweig an die Gemeinde mit der Bitte heran, die Stiftsanlage zu einem Baudenkmal zu erheben, da die Anlage in ihrer Art einzigartig in Niedersachsen ist.  Der Wunsch des Denkmalsschutzes ging dahin, die Anlage zu erhalten und wenn möglich, wieder in den alten Zustand zurückzuversetzen. Bei Renovierungs- und Umbauarbeiten ist daher mit der Denkmalschutzbehörde Rücksprache zu halten.

Ein erster Schritt in diese Richtung war der Einbau der bleiverglasten Sprossenfenster.

 

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